Natur & Umwelt

Die Algen des Baskenlandes

Die Algen des Baskenlandes

Littoral Basque
Rotalgen auf Felsen vor der baskischen Küste

An einem Tag mit Springtide entdecken Sie uns vielleicht am Strand… zwischen den Anglern und Spaziergängern an den Felsen unserer Küste. Mit Notizbuch, Kühlbox und Kamera in der Hand, über die Schüsseln gelehnt, erfreuen wir uns am Reichtum unserer Umwelt.

Es gibt keine bessere Möglichkeit, die Algen kennenzulernen, als direkt vor Ort.

Mit dieser Idee haben wir den “Alguier”, eine Art Algenguide der Laboratoires de Biarritz ins Leben gerufen. So können wir die hier vorkommenden Arten sofort identifizieren und deren Einsatzmöglichkeiten in unserer Dermo-Kosmetik erforschen.

Was ist ein Alguier ?

Es handelt sich um eine Algensammlung, die so systematisch wie möglich identifiziert und nach bestimmten Kriterien klassifiziert wird. Wie sein Cousin für den Erdboden, das Herbarium, ermöglicht unser Algenguide, die Arten in einer bestimmten Umgebung zu erkunden. Hierbei handelt es sich um biologische Proben, auf die wir später noch einmal einen Blick werfen können – unter optimalen Bedingungen sogar ein Leben lang.

 

Die baskischen Frischwasserbecken

Für unseren ersten Ausflug gingen wir zu den “Viviers Basques”, die sich inmitten der Felsen  zwischen St. Jean de Luz und Hendaye befinden. Zwischen den Gesteinsschichten, die während des Niedrigwassers entdeckt wurden, konnten wir die Artenvielfalt beobachten. Hier sind die Felsen buchstäblich mit Algen bewachsen. Sofort erkennen wir die kleine rosa Kalkalge Coralina, die Büschel von Polysiphonia und die Thalli des Gelidiums zwischen den Schichten. Kleine (und winzige!) Einsiedlerkrebse ruhen sich zwischen den Algen aus, genau so wie zahlreiche Krabben, Anemonen und kleine Garnelen. Trotz dieser amüsanten Ablenkungen war unsere Kühlbox bald mit diversen Proben gefüllt, die das Algenvorkommen des Standorts repräsentieren

Un anemone entouré de tapis d'ulves (Ulva sp), quelques Ceramiales et Polysiponia
Anemone, umgeben von einem Teppich von Ulva

Zurück im Labor wurden die Algen nach einem Protokoll präpariert, das von den botanischen Phykologen des Pariser naturhistorischen Museums entwickelt wurde. Nach einer Woche Trocknung finden Sie hier einige Beispiele unserer Ernte.

  •  Grünalgen

Ulva lactuca: auch Meersalat genannt. Algen dieser Gattung lassen sich am leichtesten auf mikroskopischer Ebene unterscheiden.

Codium tomentosum: Diese Art ist an allen europäischen Küsten präsent. Wie andere Vertreter seiner Art fühlt sie sich weich, samtig und schwammartig an.

  •  Braunalgen

Cystoseira tamariscifolia: Diese sehr schönen Algen sind die häufigsten Vertreter von Braunalgen in unserer Region. Manchmal strahlen sind in elektrischem Blau – ein physikalischer Effekt aufgrund der Anwesenheit von Nanostrukturen.

Stypocaulon-Scoparium: Ein niedriger, buschiger Seetang, grün bis dunkelbraun. Er ist sehr beliebt bei kleinen Krebstieren und gut sichtbar: Wir fanden an der Oberfläche reichlich davon.

  •  Rotalgen:

Gelidium Sesquipedale: Die überwiegend vorkommende Art im Gebiet unterhalb der Wasseroberfläche. Unsere Lieblings-Alge, aufgrund der wir unsere Algen-Forschung gestartet haben.

Plocamium cartilagineum: Diese hübsche Rotalge ist eine häufige Epiphyte (Aufsitzerpflanze) von Gelidium Sesquipedale.

Um mehr über die Herkunft der Algenfarben zu erfahren, lesen Sie unseren Artikel zu diesem Thema.